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Das Fach Geografie an der EKG

 

„Die Erde soll früher einmal ein Paradies gewesen sein. Möglich ist alles.

Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich.“

Erich Kästner

 

Das Fach Geographie begegnet euch an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule erstmals als eigenständiges Fach in der Oberstufe. Grundlegendes Wissen bringt ihr bereits aus dem Fach Weltkunde mit. Die Besonderheit des Faches liegt in der Verbindung natur- und gesellschaftswissenschaftlicher Methoden, um Phänomene in ausgewählten Räumen zu entdecken, zu verstehen und darüber zu diskutieren. Doch welche „Phänomene“ sind gemeint?

Lasst uns einmal der Kästner‘schen „Entwicklung der Menschheit“ folgen und schauen, welche Themen sich für die einzelnen Schuljahre im Fach Geographie ableiten lassen.

 

Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

 

Auf den Bäumen sollen unsere Vorfahren gehockt haben, doch damit nicht genug: Wir gehen in Klasse 11 noch weiter in der Geschichte der Erde zurück und erkennen, wie unsere Umwelt in ein Netz von Wechselbeziehungen verschiedener Sphären (z.B. Atmosphäre, Biosphäre, Pedosphäre, Hydrosphäre) eingebettet ist. Außerdem betrachten wir unsere „asphaltierte Welt“ und stellen Fragen, die sich auf die Gefährdung und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen beziehen. Insbesondere kann hierbei der Fokus auf den Klimawandel, den Wassermangel und die Bodenversiegelung gelegt werden. All dies geschieht auf Grundlage des Nachhaltigkeitskonzepts.

 

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

 

Das städtische Leben hält Einzug in die Entwicklung der Menschheit. Im Speziellen untersuchen wir im Fach Geographie die historische und aktuelle Entwicklung verschiedener Stadttypen. Typische räumliche Strukturmerkmale erlauben es uns, einzelne Städte bestimmten Kulturen zuzuordnen. An dieser Stelle verzahnen sich die theoretischen Modelle mit den praktischen Anwendungsbeispielen. Auch in die lokalen Probleme und Herausforderungen der Stadt- und Raumplanung gilt es einzutauchen, um zu erkennen, ob wirklich „noch genau derselbe Ton wie seinerzeit auf den Bäumen“ gespielt wird.

 

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

 

In der 12. Klasse wird es „modern“, denn es werden die aktuellen Entwicklungen der Europäischen Union und der Migrationsbewegungen in Europa untersucht. Das Fernsehen vermittelt uns alltäglich neue Flüchtlingszahlen. Für uns gilt es, zu hinterfragen, welche Gründe es für die Migration gab und welche Auswirkungen Migrationsbewegungen für das Ziel- und das Herkunftsland haben.

Von Interesse wird zudem folgende Fragestellung sein: Ist die gesamte Erde tatsächlich „ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung“ oder kann man nicht bereits in der EU große Unterschiede in der Wirtschaftskraft feststellen?

 

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

 

Durch die weltweite Vernetzung werden heute größte Distanzen in kleinstmöglicher Zeit überbrückt. Doch im Hinblick auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung einzelner Staaten und Regionen ergeben sich weltweit große Unterschiede an diesem Prozess teilzuhaben. Für diese Unterschiede lernen wir Erklärungsmodelle kennen und bewerten internationale Lösungsansätze.

Es muss nicht immer der Weltraumspaziergang sein, doch den Wunsch nach Urlaub, um als Tourist die Welt zu erkunden, kennt vermutlich jeder. Doch ist es stets notwendig „die Natur mit allem Komfort“  zu versehen?  Wir werden die verschiedenen Ansichtsweisen kennenlernen und lernen eine eigene Meinung mit Argumenten zu unterlegen. Dabei ist es notwendig auch in andere und ungewohnte Rollen zu schlüpfen.

 

Was ihre Verdauung übrig lässt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
dass Cäsar Plattfüße hatte.

 

Die Wissenschaft und Forschung sowie technische Errungenschaften haben „die Entwicklung der Menschheit“ in entscheidendem Maße geprägt. Der Austausch von Ideen und Waren verläuft auf globaler Ebene immer rasanter. Bekannt ist dieser Prozess als „Globalisierung“. Neben der historischen Entwicklung wird ein Schwerpunkt in Klasse 13 auf der Untersuchung von Handels-, Investitions- und Produktionsströmen mit ihren Vor- und Nachteilen für die beteiligten Akteure liegen.

 

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

 

Sind wir tatsächlich „noch immer die alten Affen“? Tatsache ist, wenn wir uns als Menschen das Leben nicht selbst schwer machen, so zeigt die Natur doch immer wieder, welche Kräfte sie entwickeln kann. Doch wann wird aus einer Naturgefahr eine Naturkatastrophe? An verschiedenen regionalen Ereignissen (z.B. Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbruch) werden wir untersuchen, wie hoch das Risikopotenzial ist und welche Maßnahmen zur Verminderung getroffen werden können. Letztendlich könnte sich daraus auch die Frage beantworten, ob uns im Ernstfall tatsächlich und buchstäblich nur die Rettung auf den nächstgelegenen Baum übrig bleibt.